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Mit Guanchen oder Altkanarier werden die Ureinwohner der Kanarischen Inseln im Allgemeinen bezeichnet. Eigentlich bedeutet das Wort Guanche nur die Ureinwohner von Teneriffa, da es sich in der alten Sprache aus den Worten "Guan" für Mensch und "Chinet" für Teneriffa zusammensetzt. Auf Fuerteventura heißen die Ureinwohner Majoreros, da sie überwiegend in Höhlen, majos, lebten.
Man weiß nicht besonders viel über die Herkunft der Ureinwohner der Kanaren. Es wird angenommen, daß die ersten Besiedlungen etwa um 3.000 v. Chr. von Menschen aus Nordafrika begannen. Besiedlungen aus dem Südwesten von Europa sind auch wahrscheinlich, da archäologische Ausgrabungen darauf hinweisen und die Guanchen hellhäutig waren.
Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln lebten sehr einfach, die Majoreros bauten auf Terrassenfeldern Weizen und Gerste an, sie züchteten Schafe und Ziegen und fingen Fische. Die Kleidung der Ureinwohner bestand hauptsächlich aus Ziegenfellen, aber auch Bast und Palmenfasern wurden zu Kleidungsstücken verarbeitet. Auch die Waffen und Werkzeuge der Ureinwohner waren von einfacher Art, sie wurden aus Steinen oder Holz gefertigt, da ihnen die Metallbearbeitung fremd war. Gefäße und ähnliche Gegenstände wurden von den Altkanariern getöpfert. Schmuck wurde aus Knochen, Muscheln oder Steinen hergestellt. Ehen wurden nicht arrangiert, sondern erfolgten mit der Zustimmung beider Partner. Polygamie gab es nicht.
Die Ureinwohner der Kanarischen Inseln lebten in Stämmen, die von Königen regiert wurden. Auf einigen Inseln gab es mehrere Könige, auf anderen Inseln nur einen König. Auf Fuerteventura herrschten bis zur spanischen Eroberung 1402 durch Jean de Béthencourt die zwei Könige Guize und Ayoza. Die Insel war aufgeteilt in das nördliche Königreich Maxorata, wo König Guize der Herrscher war, und das südliche Königreich Jandía, wo König Ayoza herrschte. Obwohl die Könige herrschten wurde die Erbfolge durch die Königinnen bestimmt, die ihren Gatten die jeweilige Legitimation durch die Heirat zukommen ließen.
Die beiden Könige sind heute mit zwei großen Bronzestatuen bei Betancuria verewigt. Man findet sie auf der Straße FV 30 in der Nähe des Aussichtspunkts Mirador Morro Velosa. Jede von ihnen ist 4,5 Meter hoch und 1,5 Meter breit. Geschaffen wurden sie von dem Künstler Emiliano Hernandez, am 30.05.2008 wurden sie eingeweiht.
Die Eroberung der Inseln durch die Spanier führte dazu, daß viele Guanchen versklavt oder getötet wurden. Erst 1495 unter Alonso Fernández de Lugo endete die gewaltsame Eroberung. Besonders durch den spanischen Franziskanermönch Didakus, der im Spanischen San Diego de Alcalá genannt wird, ging viel von der Kultur der Majorejos verloren, als er im Jahre 1441 auf Fuerteventura das Kloster Fortaventure gründete, um dort die Ureinwohner zu missionieren.
Einiges der Altkanarier findet sich noch heute in der kanarischen Kultur wieder. Ein Tanz, der heute Canario genannt wird, geht ebenso auf die Ureinwohner zurück wie der kanarischen Ringkampf Lucha canaria oder der Stockkampf Juego del palo. |